Das Jahreskonzert 2009 wurde ein voller Erfolg!

„Bühne frei für die Musik“

von Heike Rommel
Unter dem Motto „Vom kühlen Grund zum Broadway“ sorgte der Ludwigsburger Gesangverein „Harmonie-Frohsinn“ in Kooperation mit dem Liederkranz Aldingen am Sonntagabend für einen voll besetzten Saal im Kulturzentrum. Die Vokalisten bescherten dem Publikum ein Wechselbad der Gefühle. „Bühne frei für die Musik“, eröffnete der Vorsitzende der Harmonie, Georg Walz ein Konzert, das den Zuhörern gut tat. Über einen verhaltenen Auftakt mit Silcher-Liedern, teilweise im vierstimmigen Chorsatz, gingen die Sänger zu großen Dichtern und großen Komponisten über. Mit „War ein König in Thule“ stellte sich der Frauenchor die Gretchenfrage aus dem Urfaust von Johann Wolfgang von Goethe. Sicher in der Tonalität, setzten sie das Thema Liebe und Treue musikalisch um. Johannes Brahms Zyklus „Zigeunerlieder“ veranlasste den Gemischten Chor zu einem zackigen, leidenschaftlichen Auftritt, der den 44 Mitgliedern „Bravo“-Rufe einbrachte. Im Kanon präsentierten sich die Frauen der „Harmonie-Frohsinn“ und des Liederkranzes Aldingen mit Joseph Haydn im Jahr seines 200. Todestages. Sie nahmen mit „Ein einzig böses Weib“ stimmlich das Verhältnis von Ehefrau und Ehemann auf die Schippe. Bei einem Stück brachten die Sängerinnen mehrstimmig die Verzweiflung eines Mannes zum Ausdruck. Atemtechnik vom Gesamtchor war beim „Ave Verum“ von Mozart gefragt. Lange Töne in lateinischer Sprache, die Sänger gaben alles, um dem Stück seinen sakralen Charakter zu verleihen. Doch hier mangelte es an der Akustik des Großen Saales im Kulturzentrum. Auch der Vortrag aus dem „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy hätte besser in eine Kirche gepasst. Schwungvoll wurde es im zweiten Teil des Konzerts. Der Chor hielt sich an selten aufgeführte, aber auch an eingängige Stücke. In Spirituals kamen die Bässe und Tenöre der Männer stark zum Ausdruck. Die Frauen legten unter fulminanter Klavierbegleitung von Angela Mühlschlegel, der Frau des Dirigenten Paul Mühlschlegel, Passion in das Stück „Donna Donna“ und ernteten viel Applaus. Unter dem agilen Dirigenten Paul Mühlschlegel entwickelte sich Dynamik. Temporeich und flott jagte er die Sänger durch „Veronika, der Lenz ist da“ von den Comedian Harmonists, durch den „Mann im Mond“ von den „Prinzen“ bis zum Nonnenchor aus „Sister Act“. Die Harmonie Frohsinn“ und der „Liederkranz Aldingen können musikalisch ernst, melancholisch und frech sein. Sie zeigen viele Facetten – und könnten im Übrigen noch Männerstimmen gebrauchen.